Northwave GRÜNDET NIEDERLASSUNG IN LEIPZIG

In Kürze: Zeitgleich mit der Gründung der Cyberagentur des Bundes in Halle, hat die niederländische IT-Sicherheits-Firma „Northwave“ im August eine deutsche Niederlassung in Leipzig aufgebaut. Innerhalb der nächsten drei Jahre sollen 30 Mitarbeiter eingestellt werden, die deutschlandweit Sicherheits- und Datenschutzlösungen für Unternehmen und Organisationen anbieten. „Northwave“ ist damit die größte Firma im Bereich EDV-Sicherheit in Leipzig, die sich der steigenden Zahl an Cyberangriffen stellt. 

LEIPZIG. Die vergangenen sechs Monate hat Eileen Walther damit verbracht, Kontakte zu knüpfen, Anträge zu stellen, Büroräume zu suchen. Die 34-jährige arbeitet für die niederländische IT-Sicherheitsfirma „Northwave“. Ihr Auftrag ist es, eine Niederlassung in Deutschland aufzubauen. Zuvor hat Walther die „High Tech Crime Abteilung“ der niederländischen nationalen Kriminalpolizei geleitet und wurde als Strategieberaterin zum Bundeskriminalamt in Berlin entsandt. 

„In den vergangenen Jahren hat Northwave immer mehr Kundenanfragen aus Deutschland bekommen. Das hängt nicht zuletzt mit der voranschreitenden Digitalisierung und zunehmenden Bedrohungen zusammen“, begründet Eileen Walther die Entscheidung, „Northwave“ auch in Deutschland anzusiedeln. Zentral gelegen, von überall aus gut erreichbar, eine lebenswerte Stadt mit Wachstumsprognosen. So lauten die Gründe, warum sich das niederländische Unternehmen für den Standort Leipzig entschieden hat. Weiterhin komme hinzu, dass der Bund eine Cyberagentur am Flughafen Leipzig/Halle angesiedelt hat. Die Bundesregierung verspricht sich von der neuen Agentur, dass sie die innere und äußere Sicherheit Deutschlands verbessert. Mit vielen weiteren kleinen Firmen im Bereich IT-Sicherheit könne Leipzig so zu einem Knotenpunkt für digitale Sicherheitsfragen werden, hofft die Niederlassungsleiterin. „Wir wollen von hier aus die Entwicklung der IT-Sicherheit in Deutschland begleiten.“ 

Laut dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wurden 2019 täglich bis zu 110.000 Botinfektionen deutscher Systeme registriert. Das Ministerium spricht von einer „angespannten Cyber-Sicherheitslage“. Täter würden Schwächen individuellen Sicherheitsverhaltens und die unzureichend gesicherten Produkte und Systeme gezielt ausnutzen. 

„Northwave“ ist eine niederländische Firma mit 120 Mitarbeitern und Hauptsitz in Utrecht. Seit 15 Jahren unterstützt sie Unternehmen und Organisationen dabei, ihre Daten vor Cyberangriffen zu schützen. „Unternehmen wenden sich beispielweise an uns, wenn sie wissen möchten, auf welchem Sicherheitsstand sie sind und wie sie ihn verbessern können“, erklärt Eileen Walther. Unternehmen, die Opfer eines Cyberangriffs geworden sind, können sich ebenfalls an „Northwave“ wenden. Hierbei handelt es sich oft um die Schadprogramme „Ransomware“. „Mitunter kommt es zu totalen Ausfällen von Rechnern und Netzwerken, aber auch von Produktionsanlagen“, erklärt Walther. Nicht selten klauen die Täter Daten und erpressen so von betroffenen Unternehmen bis zu mehrere Millionen Euro. Die Aufgabe von „Northwave“ ist es, das Netzwerk wieder herzustellen und dafür zu sorgen, dass solche Angriffe nicht mehr passieren können. IT-Experten der Sicherheitsfirma überwachen rund um die Uhr Systeme und Anwendungen, um Cyberattacken schnell zu erkennen und zu beheben. 

In den nächsten drei Jahren will Eileen Walther 30 Mitarbeiter einstellen, vorrangig IT-Security-Spezialisten. Die ersten könnten sofort anfangen. Eileen Walther hofft, dass Leipzig als attraktive Stadt, die Suche nach qualifizierten Mitarbeitern erleichtert. Bisher arbeitet Eileen Walther von einem Co-Working-Space aus. Sie rechnet damit, dass im Frühjahr des nächsten Jahres ein offizieller Niederlassungsstandort bezogen werden kann. 

Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.